Mittwoch, 21. Juni 2017

Ein Sommerrock

Letztes (oder vielleicht auch schon vorletztes) Jahr fand ich auf dem Stoffmarkt einen Coupon aus einem schön luftig, leichten Stoff. Keine Ahnung was für ein Material (hier könnte ich mal eine Brennprobe mache), aber sehr schön weich. Ich hatte direkt die Idee, dass ich daraus einen langen Rock für den Sommer haben möchte. Und dann lag der Stoff rum. Jetzt ist er aber tatsächlich verarbeitet worden und ich bin bei meiner Originalidee geblieben.
Den Schnitt habe ich selber erstellt. Und zwar habe ich, als ich dieses Jahr in London war, für 2 £ ein Buch dafür gefunden ('Make your own dress patterns' von 1977). Für den Preis habe ich es mal mitgenommen.





Ich habe einen Grundschnitt für einen leicht ausgestellten Rock erstellt und den dann einfach nach unten verlängert.
Ausgerichtet hatte ich das ganze an der Borte, die ich am unteren Ende des Rocks haben wollte. Er ist jetzt etwa Knöchellang.
Insgesamt natürlich ein eher schlichteres Schnittmuster. Geschlossen wird das ganze mit einem Reißverschluss an der Seite.
Den Bund hab ich einfach nur umgeklappt und festgesteppt. Der Rock sitzt etwa in der Taille und wird mit vier Abnähern auf Figur gebracht. Allerdings könnte beim nächsten Versuch ein paar Zentimeter weg, wobei ich etwas Probleme hatte den Schnitt auf den Stoff zu übertragen, also bin ich vielleicht auch nur verrutscht.
Der Stoff alleine war dann doch etwas durchsichtig, sodass ich noch einen Unterrock eingenäht habe. Er ist am Bund und Reißverschluss mit dem Oberrock vernäht. Der Unterrock endet etwa auf Kniehöhe.
Für einen ersten Versuch bin ich auf jeden Fall sehr zufrieden.

Verlinkt: MeMadeMittwoch, AfterWorkSewing

Montag, 22. Mai 2017

Mein erstes Webprojekt

Ich hab mir schon vor einiger Zeit (wir ignorieren wie lange, das ist peinlich) einen Ashford Tischwebstuhl gekauft. Nachdem ich wirklich lange diese ganzen tollen Handwebprojekte auf Ravelry angeschmachtet habe, musste ich einen haben. Und da ich die wirklich komplizierten Muster weben wollte, hab ich mir direkt einen mit acht Schäften gekauft. Als Vergleich: so ein typischer Schulwebrahmen hat zwei 'Schäfte', also jeweils einmal hoch und einmal runter. Mit mehr Schäften kann man komplexere Muster weben. So ganz bin ich in der Materie immer noch nicht drin, da gibt es definitiv bessere Artikel zu im Internet, die die Funktionsweise sehr gut erklären.
Auf jeden Fall hab ich jetzt meinen ersten Schal gewebt. Er ist ein wenig kürzer geworden als geplant, aber trotz der Fehler bin ich sehr stolz auf ihn.
So sah das ganze aus, direkt bevor ich es vom Webstuhl geschnitten hab. Der Weg hier hin war aber etwas länger.
Zuerst musste die Kette geschärt werden. Da ich hier mit doppelten Kettfäden gearbeitet habe, musste ich über 500 Fäden schären.
Danach kam das ganze auf den Webrahmen und wurde durch die Litzen und das Webblatt gezogen.
Hier muss sehr genau gearbeitet werden, da das Muster nicht passt, wenn beim Litzeneinzug Fehler passieren. Also alles mehrmals kontrollieren.
Und danach konnte es dann auch 'schon' mit dem Weben losgehen.
Frisch vom Webrahmen vor dem Waschen sah der Schal dann so aus:
Ich hatte erst überlegt, ob ich die Fransen zu Kordeln drehen soll, aber das gefiel mir in diesem Fall nicht. Also hab ich sie so gelassen und nur auf eine Länge gekürzt.
Meine Spannung war wohl nicht immer gleich, weswegen sich der Schal etwas wellt und auch nicht überall gleich breit ist. Aber das ist einfach Übungssache. Vor dem Waschen hatte er auf jeden Fall eine Länge von 138 cm und war etwa 37 cm breit. Eigentlich waren 2 m angeplant, aber ich hab beim Kette schären vergessen den nichtwebbaren Rest einzuplanen.
Durch das Waschen und die fehlende Kettspannung ist der Schal etwas eingegangen. Er hat etwa 10 cm in der Länge und 3-4 cm in der Breite verloren.
Aber die Wellen haben sich etwas gelegt.
Für mein erstes Projekt bin ich aber sehr zufrieden. Und jetzt folgen einfach noch ein paar weitere Nahaufnahmen.
Die Rückseite:
Und nochmal das Muster. Am Anfang und Ende ist es anders als über den Rest des Schals.
Mir ist tatsächlich ein Fehler beim Litzen stechen passiert, aber da ich ihn konsequent durchgezogen habe, fällt er gar nicht so stark auf.
Das Muster habe ich aus 'The Ashford Book of Weaving Patterns From Four to Eight Shafts' und heißt 'Pointed Twill Variation'
Das verwendete Garn ist Venne Cottoline, eine Baumwoll(60 %)-Leinen(40 %)-Mischung und ich habe 187 g weiß für die Kette und 92 g schwarz für den Schuss benötigt. Bei 640 m auf 100 g sind das fast 1,800 m, also so Webprojekte eignen sich gut um größere Mengen Garn loszuwerden.
Ich plane auf jeden Fall schon die nächsten Projekte und habe schon eine Sockenwoll-Testkette geschärt. Jetzt muss sie nur noch auf den Webstuhl.

Dienstag, 18. April 2017

FJKA 2017: Finale

Da sind wir tatsächlich schon beim Finale vom Frühlingsjäckchen Knitalong. Ich bedanke mich auf jeden Fall bei Sylvia und Luise fürs Organisieren! Wer weiß, wie lange die Wolle sonst noch bei mir im Stash gelegen hätte.
Pünktlich hierfür bin ich mit dem Stricken fertig geworden.


Ja, es sind noch keine Knöpfe dran und ich habe die Jacke beim trocknen auch nicht gespannt, weshalb sie momentan schmaler ausfällt als gedacht.
 
Bei den Knöpfen bin ich jetzt am überlegen, was für welche es werden sollen.

Von diesen hier hätte ich genügend da, alles andere (auch in anderen Farben) müsste ich kaufen. Jetzt hat aber Ysolda in der Anleitung Knöpfe selber mit dem Vogelmotiv bestickt. Die Idee finde ich auch nett. Muss ich nochmal genau überlegen.

Und jetzt noch die üblichen Infos: Gestrickt habe ich den Chickadee in 38 auf 3,5 mm Nadeln. Die Wolle ist Drops Baby Merino in schwarz, weiß und dunkellila. Insgesamt hab ich 252 g schwarz, 10 g weiß und 8 g lila verbraucht. Die Passe eignet sich also super für Reste!
Ich hab den Pulli verlängert und zwar habe ich 10 extra Reihen vor den Taillenabnahmen gestrickt und 20 Reihen bevor ich den Rand angefangen habe.

Auf den Photos trage ich unter der Jacke noch mein neustes Tonic Tee.

Mittwoch, 12. April 2017

Butterick B6018

 Meine Oma hat im März ihren Geburtstag gefeiert und meiner eigenen kleinen Tradition folgend, hab ich dafür ein Kleid genäht. Entschieden hab ich mich für besagten Butterick Retro Schnitt B6018 View B mit dem runden Ausschnitt (die technische Zeichnung finde ich hier ja mal wieder viel schöner als das genähte Modell auf der Webseite).
Laut Maßtabelle brauchte ich obenrum eine 16 und untenrum eine 18. Die Nahtlinie zwischen den Oberteil- und Rockschnittteilen ist nach oberhalb der Taille verlegt. Also hab ich die Oberteile in der 16 zugeschnitten und die Rockteile ab Taillenlinie nach oben zu einer 16 auslaufen lassen. Da die angegebene Rückenlänge zu meiner passte, hab ich dieses Mal das Oberteil nicht verlängert.


Zufrieden bin ich mit dem Sitz aber nicht (aber ich war ja auch zu faul/zu spät dran für ein Probeteil). Das Rückenteil ist zu breit und steht gerne hinten am Hals ab und die Ärmelansätze sitzen zu tief. Außerdem bauscht es am unteren Rücken. Ich glaube, hier hätte ich eine Hohlkreuzanpassung machen müssen.


Insgesamt ist es auch eher etwas weit, also hätte ich vielleicht noch eine Größe runtergehen können. Und ich hab das Kleid um 10 cm gekürzt und es ist immer noch relativ lang. Kürzen musste ich es, weil mein Stoff etwas schmaler war und ich somit nicht mit 4 m ausgekommen wäre.
Anfürsich ist das Kleid aber bequem.

Das Kleid ging relativ gut zu nähen, allerdings hat alleine der Rock acht Schnittteile. Der Ausschnitt hat mir mit den Rundungen und dem Beleg dazu etwas Probleme bereitet. Irgendwie liegt das da alles nicht ganz so richtig, aber mit ordentlich bügeln geht das schon. Geschlossen wird das Kleid mit einem Reißverschluss unterm Arm. Dieser ist kein nahtverdeckter, sondern wird so vom Stoff verdeckt. Das war auch ein wenig friemelig, da ich so einen glaub ich das erste Mal genäht habe und zu dem Zeitpunkt war das Kleid schon fast fertig und eigentlich alles im Weg.
In den Stoff bin ich aber immer noch verliebt. Auf den schwarzen Stoff ist ein geometrisches Muster aufgedruckt. Es ist ein Japanimport, den ich bei Kiseki gekauft habe.

Verlinkt: MeMadeMittwoch, AfterWorkSewing

Mittwoch, 5. April 2017

FJKA: 2. Zwischenstandstreffen

Das zweite Zwischenstandstreffen steht an und inzwischen ist es ja auch richtig Frühling. Auch wenn man davon hier nur an den blühenden Bäumen was merkt, es ist nämlich doch noch frisch draußen.
Seit dem letzten Mal bin ich doch ein bisschen weiter gekommen.

Mein Jäckchen hat jetzt zwei Ärmel und ich bin fast bei den Taillenabnahmen angekommen. Der rein schwarze Teil geht doch wirklich viel schneller als das mehrfarbige.
Der Wollverbrauch sieht dieses Mal auch gut aus. Ich bin beim dritten Knäuel von sechs. Da muss ich mir wohl keine Sorge machen, dass mir dieses Mal die Wolle ausgeht.